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März 23, 2018 Comments (0) Politik, Studien

Deutschland – kein Land der Unternehmer

Deutschland - kein Land der Unternehmer

In Deutschland gibt es verhältnismäßig wenig Unternehmer. Das geht aus einer interaktiven Entrepreneurship-Karte hervor. Die Daten zeigen auch, dass die Deutschen überdurchschnittlich skeptisch hinsichtlich einer Unternehmensgründung sind. Das hat verschiedene Gründe.

Lediglich 5,1 Prozent der Männer und 3,1 Prozent der Frauen in Deutschland sind Unternehmer. Im internationalen Vergleich von 65 Ländern liegt Deutschland damit bei den Männern auf dem viertletzten und bei den Frauen auf dem letzten Platz. Die Spitzenposition bei den europäischen Ländern nimmt beiden Geschlechtern Estland mit 20,8 bzw. 11,7 Prozent ein. Weltweit an der Spitze steht das westafrikanische Burkina Faso mit 37,6 bzw. 30,2 Prozent.

Unterschiedliches soziales Ansehen

Die Gründe dafür sind vielfältig. Zwar glauben 78,9 Prozent der deutschen Bevölkerung zwischen 18 und 64 Jahren, dass Unternehmer ein hohes soziales Ansehen genießen (Platz 14 im internationalen Vergleich), jedoch halten lediglich 51,8 Prozent das Unternehmertum für einen guten Karriereweg. Dieser Wert entspricht Platz 53 der 65 befragten Bevölkerungen.

Warum gründen dennoch nur so wenige in Deutschland ein Startup? Ein Grund liegt in der Selbsteinschätzung. 41 Prozent (Platz 17) haben schlichtweg Angst vor dem Scheitern. Die Deutschen sind damit überdurchschnittlich skeptisch. Ebenso gravierend stellt sich der geringe Anteil derer dar, die glauben, über die erforderlichen Fähigkeiten und Kenntnisse zur Unternehmensgründung zu verfügen. Nur 37,4 Prozent sind dieser Ansicht, was in der Untersuchung Platz 56 bedeutet. Zum Vergleich: In Polen (Platz 14) sind ganze 60,2 Prozent der Meinung, dass sie das Zeug zum Unternehmer hätten.

Zufriedenheit mit Förderprogrammen

Darüber hinaus wurden die Bevölkerungen der 65 Ländern zu ihren Ansichten hinsichtlich der Regierungspolitik befragt. Gemessen wurde die Zufriedenheit hinsichtlich verschiedener Themen auf einer Skala von 1 (gar nicht zufrieden) bis 9 (maximal zufrieden). Dabei fällt auf, dass die Zufriedenheit mit Förderprogrammen in Deutschland am dritthöchsten ist (Wert 5,7) und nur von Österreich (6,3) und der Schweiz (5,8) übertroffen wird. Bei der Unterstützung und Relevanz von Unternehmen befindet sich Deutschland im Mittelfeld (3,9 bzw. Platz 36). Die Frage nach der Zufriedenheit mit Steuern und Bürokratie für Unternehmer ergab in Deutschland mit dem Wert 4,1 und Platz 26 im internationalen Vergleich ebenfalls ein mittelmäßiges Meinungsbild.

Ausreichend Wohlstand auch ohne eigenes Unternehmen

Die Politik ist also nicht als Hauptursache für die geringen Unternehmerzahlen in Deutschland auszumachen. Als Grund ist vielmehr in Betracht zu ziehen, dass der allgemeine Wohlstand in Deutschland dem größten Teil der Bevölkerung auch ohne eigenes Unternehmen ein zufriedenstellendes Leben ermöglicht. Gepaart mit dem gegebenen Risiko des Scheiterns, mutet der Status als Angestellter der Mehrheit als die bessere Alternative an. Dass sich das in naher Zukunft ändern wird, schließt die Frage nach bestehenden Gründungsabsichten beinahe aus. Laut Befragung haben lediglich 6,2 Prozent der Deutschen aktuell Gründungsabsichten. Weniger sind es nur in drei Ländern.

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