Jetzt gibt`s den Durchblick : Start eines Glossars rund...

Juni 19, 2015 Comments (0) Freizeit, Jugendmarketing

TV RIP – oder Totgeglaubte leben länger

Mit Stefan Raab verlässt jetzt einer der letzten großen Talkmaster das deutsche Fernsehen. Zeit mal über die Zukunft des TV nachzudenken. Das Ende ist nah. Glaubt man zumindest Marketern und Medienforschern. „Das Fernsehen steht kurz vor dem Aus“, tönt es aus jeder Ecke.

Wird es in Zukunft also kein Programmfernsehen mehr geben? Erstaunlich ist es schon, dass im Moment reihenweise alteingesessene Talkmaster das Handtuch werfen: Hape Kerkeling und Harald Schmidt verabschiedeten sich vom TV; Thomas Gottschalk und Günter Jauch von großen Sendeformaten. Ein Symptom für das Anfang vom Ende?

Tatsächlich brechen dem klassischen Fernsehen Zuschauer weg. Und so versuchen die großen Fernsehsender die junge Zielgruppe mit allen Mitteln zurück vor die Flimmerkiste locken. In den USA haben Entscheider diese Zielgruppe jetzt einfach mal ausgedehnt: „Baby First TV“ sendet Programm für Kleinkinder im Alter von sechs Monaten bis drei Jahre. Wer das schon schräg findet, hat die Rechnung ohne die Amerikaner gemacht: Auch für Haustiere gibt es einen eigenen Kanal im amerikanischen Fernsehen.

Trotz all der Panikmache ist die Zukunft des Fernsehens nicht so schwarz, wie häufig prophezeit wird. Jüngere schauen noch fern, aber eben anders. Für Ereignisse, wie Fußball oder die Olympischen Spiele, schauen die unter 35-Jährigen besonders gern in die Röhre. Auch Live-Shows mit Blamier-Faktor erfreuen sich großer Beliebtheit; schließlich will man mitreden in der Uni und im Büro. Warten und Langeweile sind von gestern. Gerade deshalb müssen Formate sich in den Alltag integrieren: Mit seichten Programmen wird dann gerne mal Zeit überbrückt.

Fakt ist, dass die Fernsehsender sich umstellen müssen und es auch tun: ARD und ZDF etablieren gerade einen Jugendsender und haben dafür ZDF neo abgesägt. Dieser Sender soll nur über das Internet verfügbar sein. Außerdem startet der öffentlich-rechtliche Sender ein neues Nachrichtenformat „heute+“, das komplett auf die junge Zielgruppe ausgerichtet ist. Tot ist das Fernsehen als noch lange nicht, es kommt jetzt nur darauf an, was es draus macht.

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