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Hinterfragt: Social Eating

Juli 24, 2015 Comments (0) Allgemein, Jugendkultur

Lieber Promi – bring mir die Likes

Promis wird das Fürchten gelehrt. Vor Paparazzis? Nein, Selfie-Jäger sind die neue Spezies, vor der sie sich in Acht nehmen müssen. Junge Fans wollen den Stars statt dem Autogramm lieber ein Selfie abringen.

Das klassische Autogramm hat wohl ausgedient. Denn was fängt man denn auch an, mit dem Wisch Papier? Brav an die Wand hängen? Abfotografieren und bei Instagram hochladen? Hach, viel zu langweilig. Ist kein Selfie. Und vor allem fehlt da die entscheidende Person auf dem Bild: man selbst. Ein Selfie mit Star ist dagegen das moderne Autogramm, das geteilt und geliked werden kann. Dabei fungieren die prominenten Persönlichkeiten nun mehr als Hintergrundkulisse für die jungen Fans- vornehmlich geht es um deren Selbstdarstellung. Die Stars dienen brav diesem Selbstzweck und der Inszenierung.

So manch ein Prominenter scheint da verdutzt. Filmemacher Matthew Frost hat passend zum Fanwandel den Kurzfilm Aspirational gedreht: US Schauspielerin Kirsten Dunst wird dabei zum „Opfer“ von Selfie-Jägern. Kurz und schmerzlos fordern zwei junge Mädels auf der Straße ein Selfie mit der Schauspielerin ein. Sie kontrollieren vorab noch einmal ihr Outfit; rücken sich zurecht. Kirsten Dunst wirkt dabei wie eine Statue, die als Motiv dient. Aber ein Interesse ihrer Persönlichkeit? Keine Spur. Nach dem Selfie-Schuss noch die Frage nach dem Taggen. Das war`s mit der Kommunikation. Dann schwirren sie auch schon wieder ab. Dunst bleibt verblüfft zurück. Drive-By-Shooting nennt sich das Ganze.

Was wir also sehen: Auch die Fankultur hat sich in Zeiten der Digitalisierung gewandelt. Promis haben in den letzten Jahren liebend gerne viele Kanäle bespielt, und sich in allen Lebenslagen mit Selfies präsentiert. Aber Obacht, was der Promi kann, kann der digitalisierte Fan einer Generation Y und Z schon lange … .

 

Hier der Kurzfilm:

 

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